LebensUnterhalt startet Anfang September 2026. Ein Interview-Podcast über Arbeit, Geld und die Wendepunkte dazwischen.

In rund max. 40 Minuten, eins zu eins, erzählen Menschen, wovon sie leben — und was sie hält, wenn genau das wegbricht. Jobverlust und Neuanfang. Kündigung, Neustart. Berufe, die durch Künstliche Intelligenz verschwinden. Pflege im Nachtdienst. Bürgergeld. Selbstständigkeit zwischen guten und leeren Monaten, heikle Jobs.

Kein Coaching, kein Ratgeber. Wir fragen nach, wir hören zu, wir lassen stehen, was gesagt wurde.

Jede Woche eine neue Folge.

Folgt jetzt, dann seid ihr am ersten Tag dabei.

Ein Podcast von Silvia Janzen und Dorothee Dahinden — Die Botschafterinnen.

Schafft sich die gute Werbung ab? - Mit Marketing-Consultant Holger Hennschen über KI, bedrohte Jobs und den Neustart

Shownotes

Was bleibt von Werbung, wenn KI Texte schreibt, Bilder erzeugt, Strategien vorbereitet und irgendwann vielleicht ganze Werbefilme produziert? Unser Gast Holger Hennschen kennt die Werbewelt seit Jahrzehnten. Er hat für große Agenturen und bekannte Marken gearbeitet – darunter Unternehmen aus der Automobilbranche – und erlebt gerade sehr unmittelbar, wie sich sein Beruf verändert. Früher wurde recherchiert, diskutiert, konzipiert und mit ganzen Teams wochenlang an Strategien gearbeitet. Heute kann KI innerhalb weniger Sekunden analysieren, strukturieren und erste Konzepte liefern. Holger arbeitet selbst intensiv mit KI – sieht aber auch ihre Grenzen. Denn Werbung lebt nicht nur vom Durchschnitt, sondern von Ideen, die überraschen, irritieren und aus einer anderen Ecke kommen. Gleichzeitig hat sich unsere Aufmerksamkeit verändert. Fernsehen, Streaming, Social Media, Influencer, unzählige Plattformen und immer neue Inhalte konkurrieren um wenige Sekunden Aufmerksamkeit. Zielgruppenkenntnis, Aussteuerung und Daten werden deshalb wichtiger – während die große emotionale Kampagne es immer schwerer hat, überhaupt wahrgenommen zu werden. Und die Agenturwelt selbst? Auch sie steckt mitten in einem massiven Umbau. Agenturen fusionieren, Marken verschwinden, Leistungen werden ins Unternehmen zurückgeholt und KI übernimmt Aufgaben, für die früher ganze Teams gebraucht wurden. Holger beschreibt eine Branche, in der Text, Grafik, Strategie und Produktion längst von KI beeinflusst werden – der Mensch aber weiterhin beurteilen, verfeinern und entscheiden muss. Dabei wird die Folge sehr persönlich. Denn wenn sich eine Branche verändert, geht es nicht nur um Technologie. Es geht um Lebensunterhalt: Was mache ich mit 50 oder 60, wenn mein bisheriger Beruf so nicht mehr funktioniert? Muss ich finanziell zurückstecken? Welche meiner Fähigkeiten werden noch gebraucht? Und kann ein beruflicher Umbruch auch die Chance sein, etwas völlig Neues anzufangen? Holger erzählt, warum er heute bewusst nach neuen Tätigkeitsfeldern sucht und seinen weiteren Berufsweg anders denkt als früher. Am Ende landen wir bei einer Frage, die weit über Werbung hinausgeht: Wenn KI uns immer mehr Arbeit abnehmen kann – welche Arbeit wollen wir Menschen eigentlich noch selbst machen? Denn Lebensunterhalt ist mehr als Geld verdienen. Es geht auch um Aufgaben, die uns fordern, um Selbstwirksamkeit, Begegnung, Widerspruch und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Eine Folge über Werbung – und eigentlich über viel mehr: KI, Arbeit, Alter, Veränderung, Geld, Kreativität und die Frage, wie wir uns immer wieder neu erfinden können. Lebensunterhalt – über das, wovon wir leben und was uns im Leben trägt.

Aktuelle Fakten & Quellen zur Folge:

  1. GWA KI Whitepaper 2026 – „Der neue Wert“, veröffentlicht am 9. September 2026. Befragt wurden 170 CEOs/CMOs und 78 Geschäftsführer von GWA-Agenturen. 80 % der Unternehmen wollen künftig mehr Marketingleistungen inhouse erledigen; bei Kreation sind es 50 %, bei Werbemittelproduktion 44 %. Gleichzeitig erwarten nur 8 %, dass die Rolle von Agenturen generell kleiner wird. Besonders interessant für Holgers Aussagen: Nur 13 % der Agenturen planen aufgrund von KI Personalkürzungen, während 47 % neue Stellen oder Rollen erwarten. Der GWA warnt zugleich davor, dass klassische Einstiegsaufgaben wie Recherche, Variantenarbeit und Reporting zunehmend von KI übernommen werden – und damit neue Wege der Nachwuchsausbildung nötig werden. GWA - Wir sind der GWA GWA – KI Whitepaper 2026

  2. GWA Frühjahrsmonitor 2026 – Wie geht es deutschen Agenturen wirtschaftlich? Die Honorarumsätze der befragten GWA-Agenturen gingen 2025 durchschnittlich um 2,7 % zurück; 50,7 % der Agenturen meldeten sinkende Umsätze. Für 2026 planen rund 27 % einen Stellenabbau. 49 % sehen inzwischen den Ersatz von Agenturleistungen durch KI als Wachstumshemmnis. Allerdings nennt fast die gesamte Branche die schwache Konjunktur als noch größeren Faktor. KI allein erklärt die Krise der Agenturen also nicht. GWA - Wir sind der GWA GWA – Frühjahrsmonitor 2026

  3. BVDW Trendmonitor der Mediaagenturen 2026, veröffentlicht am 23. September 2026. Sehr aktuell. Bei 63 % der befragten Mediaagenturen ist KI bereits fest im Arbeitsalltag verankert und automatisiert manuelle sowie wiederkehrende Aufgaben. 90 % halten KI-Kompetenzen heute bereits für selbstverständlich. Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle von Agenturen stärker in Richtung Strategie, Beratung, Kreativität und Wirkungsnachweis. Das passt zu Holgers These, dass reine Produktion zunehmend weniger wertvoll wird. BVDW BVDW – Trendmonitor der Mediaagenturen 2026

  4. GWA: KI verändert Wertschöpfung – aber Marketing wird dadurch nicht automatisch billiger. Eine interessante Korrektur zu der Vorstellung „KI macht alles günstiger“: Der aktuelle GWA-Report weist darauf hin, dass zwar einzelne Produktionsschritte billiger und schneller werden können, dafür aber neue Kosten für Modelle, Lizenzen, technische Integration, Governance und Qualitätssicherung entstehen. GWA - Wir sind der GWA GWA – CMOs wollen mehr inhouse umsetzen

  5. Bitkom – „Marketing im digitalen Wandel 2026“. 84 % der befragten Unternehmen sehen KI als wichtigsten Einflussfaktor auf das Marketing in Deutschland. Zugleich nennen jeweils 54 % Kostendruck und die Automatisierung von Marketingprozessen als große interne Herausforderungen. Interessant: Die Marketingbudgets liegen im Durchschnitt relativ stabil bei 4,1 % des Umsatzes – das Geld verschwindet also nicht zwangsläufig, sondern wird anders eingesetzt. Bitkom e. V. Bitkom – Marketing im digitalen Wandel 2026

  6. BVDW Agency Happiness Report 2026 – Arbeiten in Agenturen. 80 % der Befragten nutzen KI an mehr als drei Tagen pro Woche. Die Agenturbeschäftigten erwarten, dass in den kommenden drei Jahren rund 47 % der kreativen Arbeit durch KI unterstützt oder übernommen werden könnten. Gleichzeitig rechnen 82 % mit einer wirtschaftlichen Stagnation oder einem Abschwung der Branche. Interessant für den Lebensunterhalt-Aspekt: Nur etwa die Hälfte empfindet die eigene Arbeit als sinnstiftend. BVDW BVDW – Agency Happiness Report 2026

  7. ZAW – Jahresbilanz der deutschen Werbewirtschaft 2025. Wichtig, weil sie einer zu einfachen Aussage „Werbung stirbt“ widerspricht: Der gesamte Markt für kommerzielle Kommunikation wuchs 2025 um rund 2,3 % auf 50,9 Milliarden Euro. Aber das Wachstum kommt nahezu ausschließlich aus digitalen Bereichen; andere Segmente stehen deutlich stärker unter Druck. Die Werbung verschwindet also nicht – sie verschiebt sich. ZAW ZAW – Jahresbilanz Werbewirtschaft 2025

  8. BVDW/OVK – Was Online-Werbung heute noch attraktiv macht. Für die Diskussion über Aufmerksamkeit interessant: In einer Befragung von 3.000 Internetnutzerinnen und -nutzern zeigte sich, dass Relevanz, Personalisierung, Umfeld und die visuelle Gestaltung einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung digitaler Werbung haben. Jeder Zweite gab an, über digitale Werbung bereits auf interessante Produkte aufmerksam geworden zu sein. Es ist also zu einfach zu sagen, Menschen wollten Werbung grundsätzlich nicht mehr sehen – relevante Werbung kann weiterhin wirken. BVDW BVDW/OVK – Was Online-Werbung attraktiv macht

  9. W&V – Marketing-Arbeitsmarkt Q2/2026. Die Fachzeitschrift hat Daten von Index Research ausgewertet: Im zweiten Quartal 2026 standen rund 78.343 ausgeschriebene Marketingstellen gut 63.000 Arbeitssuchenden gegenüber. Gegenüber dem ersten Quartal ging die Zahl der ausgeschriebenen Stellen allerdings deutlich zurück. Gleichzeitig werden KI-Kenntnisse in Ausschreibungen immer wichtiger. Das passt sehr gut zu „Welche Fähigkeiten werden künftig noch gebraucht?“. W&V W&V – Weniger Jobs, mehr Jobsuchende, KI bleibt gefragt

  10. Bundesagentur für Arbeit – Nachfrage in Mediengestaltung, Werbung und Marketing. Die BA stellte bereits für 2024 einen deutlichen Rückgang bei neu gemeldeten Stellen für akademische Tätigkeiten in Mediengestaltung, Werbung und Marketing von 18 % gegenüber dem Vorjahr fest. Statistik der Bundesagentur für Arbeit

  11. Antidiskriminierungsstelle des Bundes – Altersdiskriminierung 2025. Zur Frage „Ist man in der Werbung mit 40 oder 50 schon zu alt?“ gibt es zwar keine belastbare Statistik speziell für Agenturen. Für den gesamten Arbeitsmarkt ist das Thema aber real: Unter den Menschen ab 45 Jahren, die Altersdiskriminierung wahrnehmen, wird das Arbeitsleben besonders häufig genannt; die Beratungsstelle berichtet insbesondere von Schwierigkeiten älterer Menschen bei Bewerbung und beruflicher Entwicklung. Antidiskriminierungsstelle – Studie Altersdiskriminierung

  12. Bundesagentur für Arbeit – ältere Beschäftigte. Gleichzeitig sollte man beim Alter nicht zu pessimistisch formulieren: 2024 waren rund 7,8 Millionen bzw. 23 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 55 und unter 65 Jahre alt – ein Rekordwert. Das Problem liegt stärker beim Wiedereinstieg: Wer in höherem Alter arbeitslos wird, benötigt im Durchschnitt länger, um wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen. Bundesagentur für Arbeit Bundesagentur für Arbeit – Mehr ältere Beschäftigte denn je

Wir danken:** Olli Ujc für Schnitt, Teaser und deine tollen Ideen. (https://ujc.de/)) Cynthia Melcer und Daniel Wehrend sowie dem gesamten Team für die Betreuung im Media Hub des Offenen Kanals Kiel (oksh.de), den wir als Studio nutzen dürfen! Und natürlich ein herzlicher Dank an unsere Gäste! Heuter Holger Hennschen!

Alle Links wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf ihre Erreichbarkeit und Seriosität geprüft; für die Aktualität, Richtigkeit und Inhalte externer Webseiten übernehmen wir jedoch keine Gewähr oder Haftung, da hierfür ausschließlich die jeweiligen Betreiber verantwortlich sind. Die Links geben zur Zeitpunkt der Veröffentlichung den beschriebenen Inhalt wieder. Dies ist rein subjektiv von uns ausgewählt und kann nur Anregungen geben - sicher gibt es auch noch andere Forschungen zum gleichen Thema oder Fakten. Sendet uns diese gerne, wir sind bei LebensUnterhalt kein Wissenschafts-Podcast oder wollen das Thema in Gänze faktisch abbilden, dies ist uns nicht möglich.

Wer wir sind? Dorothee Dahinden und Silvia Janzen aka "Die Botschafterinnen". Ab jetzt hören wir uns jede Woche Donnerstag. Wir freuen uns auf dich!

Weiteres über uns: www.die-botschafterinnen.de Wollt Ihr dabei sein? Dann schreibt uns eine Mail an: kontakt@die-botschafterinnen.de

Impressum: https://www.die-botschafterinnen.de/impressum

Transkript anzeigen

00:00:00: Das Spannende bei dieser ganzen KI, wo kommt wirklich der große Mehrwert nachher überall her?

00:00:07: Also ja man kann alles machen und man kann Menschen einsparen beim Erschaffen von Dingen.

00:00:13: Aber was kommt dann hier am Ende wirklich heraus?

00:00:15: Selbst wenn wir alle wohl haben während bräuchten wir trotzdem alle noch sinnvolle Aufgaben.

00:00:20: also es wird nicht funktionieren dass die Leute alle zu Hause hängen und nix zu tun haben.

00:00:25: Und sagen, ich hab ein Grundeinkommen oder was auch immer.

00:00:28: Damit komm' ich gut klar!

00:00:29: Das produziert ja keinen glücklichen

00:00:30: Menschen.".

00:00:32: Lebensunterhalt über das wovon wir leben und was uns im Leben trägt.

00:00:38: mit Sylvia Jansen und Dorothea dahinten.

00:00:41: Er hat in der Werbung eine steile Karriere hingelegt als Strategiehyperater für große Agenturen Namen wie Springer und Jakobi, Scholz & Friends, BBDO und hat für ganz bekannte Marken gearbeitet.

00:00:54: Darunter zum Beispiel Opel, VW Gruppe Porsche Mercedes-BMW.

00:01:01: Dazu ist Holger Henschen leidenschaftlicher Kitesurfer und bekennende Ostsee-Fan.

00:01:06: Und wir möchten heute mit dir Holger darüber sprechen was es eigentlich bedeutet beruflich Werbung zu machen Warum gute Ideen und Strategien so teuer sind für uns Außenstehende, zumindest auch für mich oder vielleicht auch Waren?

00:01:20: Und was die KI für deine und eure Branche eigentlich bedeutet.

00:01:24: Weil das, was wir aufzuhören ist nach dem Motto Who's Next?

00:01:27: wer muss als nächstes gehen dass die KI eben ganz viele Jobs und Aufgaben übernimmt.

00:01:33: Die Frage ja, die wir uns oft stellen, es ist tatsächlich so sind wir in dieser Branche Werbung ab vierzig zu alt, sagen wir mal um Werbung zumachen.

00:01:43: Also Fragen die uns so im Vorfeld auch umtrieben haben.

00:01:47: Ja Holger danke dass du heute bei uns bist bei unserem Thema Lebensunterhalt was wir ja ein bisschen weiterfassen.

00:01:52: und was hat gute Werbung oder das Alter oder das Leben insgesamt mit Lebensunterhalts zu tun?

00:01:59: Also erst einmal vielen lieben Dank für die Einladung.

00:02:01: freue mich hier zu sein mit euch sprechen zu dürfen.

00:02:03: ich glaube es ist ein Thema das uns alle irgendwie umtreibt Lebens Unterhalt relativ viele Fragen auf einmal.

00:02:11: Ich fange mal damit an im Endeffekt, früher war natürlich alles sehr klassisch aufgebaut wie man das eben kannte egal jetzt bei welchem Kunden oder zu welcher Kampagne.

00:02:26: man fing an zu recherchieren und musste erstmal sehr lange nach Informationen suchen.

00:02:32: Auch das Internet war ja noch, ich zitiere Frau Merkel Neuland und das war auch vor diesem Interview schon so.

00:02:39: Ja da hat natürlich KI dramatisch viel heute verändert und wird auch weiterhin sehr viel verändern ohne dass zu groß jetzt ausrollen zu wollen.

00:02:49: auf den Punkt gebracht ist es wirklich so KI kann eigentlich alles aber ein paar Dinge dann doch nicht.

00:02:55: und was KI auch viel besser kann, auch als ich und auch viel schneller kann.

00:03:01: Und deswegen arbeite ich auch ganz viel mit KI.

00:03:04: Die grundsätzliche Aufgabenstellung ist ja die gleiche also sprich analysieren strukturieren und wenn man da entsprechende Prompt schreibt dann schmeißt einem das die KI innerhalb von wenigen Sekunden raus wo wir früher zwei Wochen dran gearbeitet haben im ganzen Team.

00:03:20: Das ist schon faszinierend!

00:03:21: Es ist toll und super dass es so ist.

00:03:25: Nur, man darf nicht vergessen.

00:03:26: Man kriegt natürlich immer so die Durchschnitts-Meinung den Durchschnitzblick und wenn man in der Werbung etwas machen möchte dann funktioniert es am besten, wenn man aus einer anderen Ecke kommt also wenn man eine Form überrascht und mit irgendeinem Klischee oder irgendeiner Auffassung bricht.

00:03:49: leider sind aber aktuell die Zeiten gar nicht mehr so weil die Menschen aufgrund der vielen, vielen Medien und diesen wahnsinnigen Medien-Nutzungsverhalten.

00:03:59: Also ob jetzt Social Media aber auch selbst TV und die ganzen Streamingdienste, man wechselt so schnell hin und her in vermeidet Werbung, sodass man eigentlich gar keine Chance mehr hat als Kampagne – selbst wenn die toll gemacht ist -, dass irgendjemand dran bleibt und sich das noch

00:04:18: anschaut."

00:04:19: Auch

00:04:19: wegen der Aufmerksamkeit, Spanne oder...

00:04:21: Die Aufmerksamkeitsspanne ist eine Katastrophe mittlerweile und es funktioniert denn wirklich eher darüber dass man ein Thema hat was dich ganz persönlich in diesem Augenblick interessiert.

00:04:33: Und deswegen ist diese Aussteuerung der Werbung viel viel wichtiger geworden.

00:04:38: also wirklich das du genau die Zielgruppe triffst und dass du weißt diese Menschen erreiche ich über jenen Kanal.

00:04:46: weil wenn sie sich jetzt so Wie ihr schon erwähnt, ich habe hier sehr viele Automotive-Werbungen gemacht.

00:04:51: Aber wenn das Thema Automobil gerade ein Thema ist dann sind die da und dazu finden und da findet auch die Werbung statt aber auch eben sehr reduziert, sehr verkürzt weil diese sowieso keine Lust mehr haben sich damit auseinanderzusetzen.

00:05:07: jetzt einen schönen Film mit irgendwelchen Testimonials anzugucken macht kein Mensch mehr.

00:05:11: klicken die weg es sehen zu langweilig.

00:05:13: Ich sage mal so wir leiden alle so ein bisschen nicht nur die Werbung Alles schon alles gesehen.

00:05:19: Und egal wie spannend das ist und es ist natürlich irgendwie einerseits schön, dass man die Möglichkeit hat aber andererseits auch so schade weil man Menschen auch über Inhalte wirklich nur sehr schwer erreichen kann.

00:05:32: Es eher bei so einem Thema so was wir jetzt besprechen wenn man das Gefühl hat, dass ein persönlich das auch betrifft.

00:05:40: Ansonsten muss du schnell reinkicken ganz schnell Aufmerksamkeit bekommen damit das nicht wieder sozusagen In der Versenkung verschwindet.

00:05:47: das Thema oder die Werbung in diesem Fall?

00:05:49: Ja, beziehungsweise also ich sage mal so mittlerweile ist es wirklich so banal dass du wieder wie in den fünftiger Jahren Nutella heute bei uns einst neun und neunzig dann weißt du deine Zielgruppe weiß oh das aber ein gutes Angebot.

00:06:03: Dann gehe ich zu XYZ und kaufe es da aber du brauchst halt nicht mehr zu erzielen im Sinne von Nutella und so.

00:06:11: Und dadurch surf ich zwar nicht besser, aber ich bin einfach besser drauf.

00:06:14: und so wie früher die Kampagnen liefen das wird halt immer weniger und immer weniger konsumiert weil dieser Part eben viel auch durch Influencer und andere Möglichkeiten ausgestaltet wird und den Menschen nahe gebracht wird.

00:06:33: Das was wirklich schwierig daran ist also gerade jetzt auch strategisch dass man roten Faden rein bekommt.

00:06:39: Also viele Marken verzetteln sich dann und werden dadurch auch aufgeweicht, weil man nicht mehr richtig weiß, wofür stehen die jetzt eigentlich?

00:06:47: Weil zwanzig Influencer stellen das auf zwanzige unterschiedliche Arten und Weisen dar.

00:06:52: Auch wenn sie Leitfaden vorgegeben bekommen.

00:06:55: aber es ist nicht ganz einfach das Stringent umgesetzt zu bekommen.

00:06:59: Das war ja früher auch Markenführung zum Beispiel dass man eine Marke geführt hat, aber auch die Verantwortlichen in dem Unternehmen.

00:07:06: halt Werbung oder Marketing war ja auch ein bisschen eine Kunstform.

00:07:12: Und die Werber haben sich selbst gefeiert in Cannes, mit dem Effi und wie siehst du das denn?

00:07:17: Ist das rückläufig gerade auch die Kunst- oder die Kreativität der Werbung?

00:07:24: Für jeden der die Agenturen wie Jung von Matt

00:07:27: usw.,

00:07:27: nicht kennt, die sind ja nun profilierter darüber dass sie immer versucht haben möglichst kreative Werbung zu machen Leute zu überraschen, zum schmunzeln, zum nachdenken.

00:07:36: Zum weinen wie auch immer also Emotionen auszulösen.

00:07:40: Kannst du dein Beispiel einmal kurz nennen bitte?

00:07:43: Also ob es jetzt Rikula ist wer hat's erfunden?

00:07:46: die Schweizer das sind ja so Dinge die sich sicherlich im kollektiven Gedächtnis eingebrannt haben.

00:07:52: oder Das Motiv von Sixth mit Angela Merkel und den Hahn nach oben Lust auf eine neue Frisur das findet heute wirklich in der Form fast nicht mehr statt.

00:08:04: Was ich damit meine, ist es gibt immer noch diese Motive aber sie bekommen diese Aufmerksamkeit nicht mehr weil das was wir gerade hatten dieses man hat alle schon gesehen alles erlebt.

00:08:14: das setzt sich nicht mehr so durch.

00:08:15: am Anfang sprach man ja immer davon als es mit Social Media losging man will einen viralen Effekt auslösen also spricht dass sich Werbung oder eine Botschaft eben in gewisser Form in gewissen Zielgruppen auch von alleine verbreitet weil es eben besonders unterhaltend ist, das ist heute wirklich fast nicht mehr möglich.

00:08:35: Sondern man muss dann immer das über Budgets einkaufen und dann wieder aussteuern.

00:08:40: Das was ich eingangs meinte, dass man einfach... Man braucht sehr viel Kenntnisse zur Zielgruppe und wie ich sie erreiche auf welchen Kanälen?

00:08:49: Und die kreative Idee hat nicht mehr die Wertigkeit und auch nicht mehr Qualität als früher.

00:08:54: Bist du deshalb zur Werbung gekommen?

00:08:57: Also nach dem Studium, dass dich das gerade so fasziniert hat diese Kreativität oder wie bist du überhaupt in die Werbung gekommen.

00:09:04: Ich glaube ich bin in die werbung gekommen für die allermeisten Werber auch durch einen Zufall.

00:09:09: Im Endeffekt muss man sagen ich habe davor lange studiert.

00:09:14: Ich hab erst ein Magister gemacht mit Sportwissenschaften und öffentlichem Recht um Psychologie Und dann nochmal BWL oben drauf und wollte eigentlich in der Zeit primär surfen aufs Wasser, und hatte ganz andere Vorstellungen.

00:09:33: Als ich meine Diplomarbeit im BWl geschrieben habe, hab' ich einen ehemaligen Freund getroffen, der war in der Werbung – übrigens auch hier aus Kiel stammt – und der sagte so zu mir, Holger!

00:09:48: Ich glaube, das muss sich bei uns mal bewerben.

00:09:49: Also du würdest richtig gut in den Laden reinpassen und ja gesagt getan.

00:09:56: ich habe natürlich noch andere Bewerbungen gemacht aber dann hat mich an der Werbung gar nicht dieses kreative so fasziniert sondern eher Ich sage mal, diese ganze große Blase die da mit dran hängen.

00:10:08: Also viele junge Menschen haben damals schon mit Prominenten zusammengearbeitet.

00:10:13: also sei es Boris Becker so Mercedes was für ein Kunde.

00:10:18: ist man ins Kino gegangen um die Mercedes Werbung zu sehen und so dachte man ja auch mit der Nationalmannschaft und das ist ja irgendwie alles cool.

00:10:25: Das ist das was mich total getriggert hat.

00:10:27: Und dann musste ich feststellen dass das gerade am Anfang wirklich sehr viel Arbeit ist.

00:10:33: Das mag ja heute auch keiner mehr hören, aber es war wirklich so.

00:10:36: Wir haben jedes Wochenende gearbeitet?

00:10:39: Jedes!

00:10:40: Komplett verrückt wird heute keiner mehr mitmachen.

00:10:43: Aber es hatte auch wahnsinnig viel Spaß gemacht und wir haben auch wahnsinnig viel gefeiert.

00:10:47: Das gehörte auch dazu.

00:10:49: Irgendwie bin ich dann da so hängen geblieben und habe meinen eigenen Weg mich dadurch gekämpft.

00:10:57: Aber das hat schon viel Spaß getan.

00:10:59: Das war eine tolle Zeit.

00:11:01: Ja, das ist so das alte Werberleben was ich auch noch kenne.

00:11:04: Gerade in Hamburg und Düsseldorf.

00:11:07: aber ja für mich ist es schon ein bisschen länger vorbei seit meinem fünftigsten Lebensjahr.

00:11:12: Aber wie siehst du das dann jetzt?

00:11:13: Du hast nur noch Einblicke in die Agentur Szene weil ich höre im Moment nur Hyops Botschaften tatsächlich Ich

00:11:20: leider auch.

00:11:22: Und es ist wirklich so dass viele namenhaften Agenturen verschwunden sind.

00:11:26: also wenn man sich das vorstellt DDB hat über fünfzig Jahre VW betreut und diese Agentur gibt es jetzt auf einmal nicht mehr.

00:11:34: Also weltweit betreute, jetzt nicht nur in Deutschland sondern das ist ja ein Riesenetat und auch andere Agenturen sind zusammengelegt worden kriegen dann neuen Namen oder alles wird unter einen Deckmantel geworfen.

00:11:50: also da tut sich gerade wirklich sehr viel.

00:11:54: die Branche Schrumpf zusammen.

00:11:58: Ich würde mal sagen, in der Hoffnung irgendwann dann auch auf so ein Minimum wieder zusammengeschrumpft zu sein.

00:12:05: Ich glaube schon dass es immer weitergehen wird aber die Art und Weise wie gearbeitet wird auch was die Wertschätzung von Kunden gegenüber Agenturen angeht ich glaube das wird nie mehr so geben.

00:12:18: also als ich bei Springhunt Jakobi damit angefangen habe da hatten die Chefs immer direkten Zugang zum Vorstand Da hat der Vorstand sich beraten lassen, wie die neuen Produkte heißen sollen.

00:12:31: Davon ist man heute ganz, ganz weiter entfernt.

00:12:35: Aber das schon lange, das schon wirklich schon länger vorbei.

00:12:38: und ich sage mal, die Dynamik jetzt der letzten anderthalb Jahre ist leider so, wie du sagst, dass es noch ein Schrumpfungsprozess mit offenem Ausgang.

00:12:50: Also die Frage ist, irgendjemand wird man brauchen?

00:12:52: Aber wie viele?

00:12:54: Ich habe keine Prognose dafür.

00:12:56: Welche Jobs gibt es denn tatsächlich so nicht mehr heute, die es früher gab?

00:13:02: Also gibt es noch in der Branche die klassischen Webdesignerinnen und Webdesiner.

00:13:07: wie ist das mit der Grafik im Text?

00:13:09: also was wird wirklich schon beruflich von einer KI ersetzt?

00:13:14: Im Endeffekt alles.

00:13:15: Um es dann aber doch final zu machen, braucht man genau diese Person die du gerade genannt hast.

00:13:19: Also man braucht denn doch einen Text der noch mal rüber geht und es nochmal feinschleift.

00:13:23: Man braucht den Designer, der es dann doch ein bisschen schicker macht.

00:13:28: Aber es ist schon Wahnsinn was die KI da anbietet und welche Möglichkeiten es gibt.

00:13:33: Und aktuell experimentieren natürlich sehr viele damit auch grade was das Erstellen von Werbefilmen angeht.

00:13:43: mit KI schon einen kompletten Werbefilm erstellen, bedeutet aber aktuell noch genauso viel Arbeit wie früher mit dem Dreh und übrigens auch genau die gleichen Kosten.

00:13:56: Nur man hat das alles nicht mehr!

00:13:57: Man hat den Dreh nicht mehr

00:13:58: usw.,

00:13:59: man ist halt die ganze Zeit am Rechner damit beschäftigt, die KI so dahin abzustimmen zu treiben dass man am Ende sagt jetzt ist es rund Und ich würde jetzt mal sagen, so wie die Entwicklung der letzten Monate alleine ist.

00:14:14: Das wird natürlich immer besser und immer schneller werden und irgendwann wird es auch kostengünstiger sein.

00:14:19: Das ist alles nur eine Frage der Zeit.

00:14:21: Und dann zumindest theoretisch braucht man denn keinen Dreh mehr.

00:14:25: Es gibt sehr viele Kunden, die fahren Hybride, die machen irgendwie noch einen Shooting und dann wird der Rest in der KI gemacht oder macht ein bisschen Dreh.

00:14:37: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das später zumindest nicht mehr notwendig ist.

00:14:41: Ich will gar nicht sagen, dass man es nicht mehr macht.

00:14:43: Aber man braucht halt viel weniger Menschen von allem ... keine Ahnung also.

00:14:49: Achtzig Prozent kann man streichen!

00:14:51: Ganz schöner Schlag für viele, viele Menschen erst mal die Jahre in diesem Job waren ne?

00:14:57: Ja vor allen Dingen jetzt haben wir ja nun alle unsere Jobhistorie und vielleicht so aus meiner Sicht nochmal Für mich war der erste große Einschnitt damals nine eleven.

00:15:09: Es war eine Katastrophe für die Werbung, weil die Börsen alles ist runtergerauscht und das wo am ersten immer eingespart wird war immer das Marketing.

00:15:18: Und die Marketing-Budgets sind schnell gestrichen.

00:15:21: also wir haben damals eigentlich muss man das sagen die Chance genutzt um Leute vor die Tür zu setzen die man sowieso schon lange los werden wollte.

00:15:29: Also es ist etwas ganz anderes als heute.

00:15:32: und dann gab es Noch mal den Finanz-Crash im Jahr ... ... war schon ein bisschen härter, auch ein bisschen nachhaltiger.

00:15:41: Da musste man wirklich sich schon mal so zurecht schrumpfen.

00:15:45: Dann kam natürlich Corona was auch so einen dreivierteljahren Riesenfragezeichen und auch noch einmal ein Zurechtschrumpfer war.

00:15:53: aber was diese Krisen alle eint ist dass man immer das Gefühl hatte Du dahinten, da ist aber Licht am Ende des Tunnels.

00:16:01: Irgendwann wird es wieder weitergehen und dann wird's wieder ... Es wird nicht mehr so wie früher, aber es wird so ähnlich sein.

00:16:08: Jetzt mit der KI ist wirklich das allererste Mal ... Ich weiß gar nicht, wo der Tunnel ist?

00:16:13: Also vom Licht will ich gar nicht sprechen.

00:16:15: Und ich will das auch gar nicht verteufeln!

00:16:16: Ich finde das jetzt gar nicht schlimm oder sonstiges.

00:16:19: Die Herausforderung liegt ja eben in eurem Thema Lebensunterhalt nämlich dass man sich neu überlegen muss was mache ich denn jetzt?

00:16:27: Wie gehe ich denn jetzt mit dieser Situation um?

00:16:30: Also klar, könnte ich hinterher weinen.

00:16:33: Hilft nur Keim und mir selbst schon mal gar nicht.

00:16:35: Und auch sonst niemanden.

00:16:37: Die Herausforderung ist nach vorne zu schauen und zu gucken wo gibt es noch Felder, wo ich jetzt nochmal tätig werden kann?

00:16:44: und für mich persönlich bedeutet das auch dass ich mich beruflich komplett neuer finde und sicherlich eher so im Sinne von viele kleine, verschiedene Projekte aus ganz unterschiedlichen Themengebieten bearbeiten werde.

00:16:59: Und wenn ich Glück habe ist auch immer noch mal ein bisschen Marketing und Werbung dabei aber viele andere Teile werden aus ganz anderen Bereichen sein also sei es Recruiting Aber auch da ist natürlich die KI auf dem Vormarsch.

00:17:12: Also Es ist ganz egal wo man ja hinguckt und das ist tatsächlich die Herausforderung dass man da jetzt irgendwie versucht oder Ich für mich zumindest versuche Felder zu entdecken wo ich sage naja Also die nächsten zwei Jahre geht da vielleicht noch was und dann muss man sowieso nochmal wieder neu schauen.

00:17:29: Also

00:17:29: eigentlich war das bei dir bestimmt auch so ein Wachstumsprozess, dass du darauf gekommen bist, auch etwas anderes jetzt dir zu suchen und optimistisch jetzt ja... Du bist ja ein total optimistischer Mensch in die Zukunft zu gucken und einfach zu sagen Ich erfinde mich neu, ich mach jetzt mal was ganz Neues und guck auch mal in andere Richtungen.

00:17:49: Aber am Anfang guckt man doch ... Da kann ich nicht irgendwie im Marketing oder das ist ja meine Kernkompetenz.

00:17:54: Kann ich da vielleicht doch etwas machen?

00:17:55: Oder wann bist du drauf gekommen, dass du mal in eine ganz andere Richtung guckst?

00:18:01: Also im Endeffekt mehrfach!

00:18:03: Ich hatte tatsächlich nach meinem letzten großen Mandat auf Opel bei Scholz & Friends hatte ich, das beendet und wollte damals eigentlich für ein halbes Jahr einen Break haben.

00:18:16: Und mir belegen was machst du jetzt bis zu siebzig bist?

00:18:18: Also weil an die ganze Rente und das ganze Modell sind.

00:18:21: so glaube ich sowieso nicht und ich finde es auch gar nicht erstrebenswert mit dem Arbeiten aufzuhören sicherlich später weniger arbeiten.

00:18:28: aber im ersten Schritt wollte ich mir wirklich überlegen wo sehe ich denn überhaupt die Stärke und die Perspektive einen Bekannten, der mich denn nach drei Tagen schon per WhatsApp angeschrieben hat.

00:18:42: Holger sag mal kann man dich eigentlich buchen oder machst du nur noch auf Harz IV?

00:18:45: So und das war im Sportbereich Marketing spannende Aufgabe alles toll.

00:18:51: da hat ein kleines Unternehmen und da dachte ich dann so na ok also da springe ich jetzt erst mal rein und helf dem Auch mehr oder weniger.

00:19:01: nur so drei Vierteltags, vier Tage die Woche.

00:19:03: Alles ein bisschen weniger, dass ich mich auch ein bisschen um die Familie kümmern konnte und so.

00:19:07: Und wie das denn immer so ist, dann bleibt man ja vor allem wieder drauf hängen.

00:19:10: Aber der Gedanke war da schon damals eben vor zehn Jahren was will ich beruflich eigentlich machen?

00:19:18: Klar wird mir jetzt durch die aktuelle Situation mehr aufgezwungen, dass sich damit beschäftigen muss.

00:19:25: Ich persönlich finde es aber nicht schlimm kann man ja drüber lachen und man kann auch von dem Mann halten, was man will.

00:19:32: Aber für mich ist wirklich jemand wie Arnold Schwarzenegger ein totales Phänomen und rein von der Karriere her ein Vorbild, der hat angefangen als Sportler dann Schauspieler, dann in die Politik, dann nochmal zurück wieder Schausspielerei und er hat sich ja zigmal selbst erfunden Und er stand wirklich zigmal der Situation gegenüber, also als der Schauspieler werden wollte.

00:19:59: Als wenn man die Filme und auch wirklich sein Englisch und so hört... Da macht er sich ja selber heute lustig drüber!

00:20:06: Aber das ist doch jemand, der einem doch Mut gibt, dass wenn man an sich glaubt und eine Idee davon hat wo man hin will, dass es vorwärts geht.

00:20:18: Es ist halt tatsächlich immer wieder das gleiche... einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.

00:20:24: Und das erfordert irgendwie den sportlichen Ehrgeiz und das muss man halt sehen.

00:20:30: Also für mich ist natürlich jetzt klar dass der weitere berufliche Weg mit erheblichen finanziellen Einbußen von Statten geht.

00:20:41: also damit muss man sich auch abfinden.

00:20:43: Das wird nicht mehr so sein wie früher weil die Margen und die Budgets einfach Egal was man macht, kleiner werden.

00:20:52: Und da denke ich häufig eher an die jungen Menschen und junge Generationen für tief nicht das wirklich doppelt- und dreifach schwer?

00:21:00: Da einmal in diese Richtung gefragt.

00:21:02: Die Budgets in der Werbung ... Ich habe das nur von außen mitbekommen.

00:21:05: Die waren ja teilweise immens, stellen mir so vor.

00:21:07: Und viele Leute haben da vermutlich sehr viel Geld verdient.

00:21:11: Wie schwer ist es denn dann auch wirklich, sag' ich mal, von diesem Pensum... Es geht ja wahrscheinlich vielen Menschen in deiner Branche sozusagen.

00:21:18: Ich muss mich jetzt runterschrauben.

00:21:21: Für viele wird es gar nicht gehen, die werden sich dann auch irgendwas ganz anderes überlegen müssen.

00:21:26: Das ist eine Frage, die irgendwie... Also das ist schwer zu beantworten weil die Folge dessen was du ja gerade beschreibst ist ja was wir schon hatten dass die ganzen Agenturen sterben zusammengelegt werden und immer weniger beschäftigte gibt sie natürlich auch zur immer geringerem Honorar arbeiten müssen.

00:21:44: Und jetzt darf man aber auch nicht vergessen Und das ist natürlich etwas, wo man denn heute doch ein bisschen wehmütig zurückguckt.

00:21:52: Es gab halt die Zeit, als man wirklich sehr gutes Geld in dieser Branche verdienen konnte und ich will gar nicht sagen dass es gar nicht mehr möglich ist aber sicherlich deutlich schwerer als früher.

00:22:13: Können wir uns das vorstellen in deiner Welt von Holger?

00:22:17: Wie gehst du jetzt beruflich vor, dass du sagst

00:22:19: so

00:22:19: Wendepunkt neue Chance.

00:22:22: Ich habe ganz viele Kompetenzen ich drehe mich noch mal die Richtung und das wird auf jeden Fall klappen auch finanziell.

00:22:27: also was ist da deine Strategie hinter?

00:22:29: wie sieht ihr aus

00:22:30: im Endeffekt?

00:22:31: Also erstens Das wichtigste ist wirklich versuchen Ganz offen zu sein gegenüber jeglichen thema Auch Themen Die Zu mir nicht passen.

00:22:40: aber natürlich wenn man weiß Bereich Pflegeberufe, da ist viel Bedarf.

00:22:45: Aber vielleicht gibt es ja irgendetwas... Also ich werde jetzt nicht in die Pflege einsteigen mehr aber vielleicht gibt's ja in diesem Themenbereich etwas was man machen könnte.

00:22:54: also da wirklich Branchen offen sein dann natürlich im Freundeskreis mit Menschen drüber sprechen sich inspirieren lassen.

00:23:03: Dann für mich persönlich hat das ganz viel damit zu tun was am Anfang schon viel hier Ostsee liebhaber und Also ich würde es noch erweitern, Naturliebhaber.

00:23:12: Die Natur gibt mir einfach ganz viel.

00:23:15: also sprich rausgehen sich wirklich langweilen ganz weit weg sein von digitalen Endgeräten damit man wirklich ins Nachdenken kommt und anfängt auch zu funktionieren weil dabei kommen tatsächlich die neuen Gedanken.

00:23:32: Ich für mich kann sagen natürlich habe verschiedene Suchagenten laufen, wo werden welche Stellen angeboten?

00:23:41: Wo ist was zu besetzen.

00:23:42: Gar nicht um die selber antreten zu wollen aber einfach so auch den Arbeitsmarkt zu scannen und eine Inspiration zu bekommen.

00:23:50: Wo ist denn etwas los?

00:23:52: Wo wäre denn überhaupt die Möglichkeit etwas zu finden?

00:23:56: weil da es ja dann in dem Sinne wäre Bedarf Ansonsten tatsächlich wirklich in Ruhe nachdenken und sich Dinge überlegen, von denen man dann auch selber überzeugt ist.

00:24:07: Und ich glaube auch wo man selber Lust drauf hat.

00:24:11: Ich habe vielleicht noch immer wieder diese Diskussion schon lange weil ja jeder heute mit dem Handy tolle Fotos machen kann.

00:24:18: der Beruf des Fotografen sei ausgestorben das glaube ich nicht!

00:24:22: Es wird immer Fotografen geben es gibt immer Menschen die dafür ein Auge haben die das viel besser machen als andere Trotz KI und allem, das ist immer ein Feld.

00:24:32: Das kann man beackern wenn man dafür eine Begabung hat.

00:24:35: Und ich glaube, das gilt für alle beruflichen Bereiche.

00:24:39: Und das Schwierige ist eben so für sich selbst die Nische zu finden und natürlich dann auch die Nische so zu finden dass es rentabel ist, dass sicherlich die größere Herausforderung dabei.

00:24:49: Das spannende bei dieser ganzen KI, wo kommt wirklich der große Mehrwert nachher überall her?

00:24:57: Also ja man kann alles machen und man kann Menschen einsparen beim Erschaffen von Dingen.

00:25:03: Aber was kommt da nachher am Ende wirklich raus?

00:25:06: Habe ich keine Vorstellung davon!

00:25:08: Und selbst wenn wir alle wohl haben während bräuchten wir trotzdem alle noch sinnvolle Aufgaben.

00:25:14: also es wird nicht funktionieren dass die Leute irgendwie alle zu Hause hängen und nichts zu tun haben.

00:25:20: Und sagen, ich habe ein Grundeinkommen oder was auch immer.

00:25:22: Damit komme ich gut klar.

00:25:24: Das produziert ja kein glücklichen Menschen also zumindest nicht mein Menschenbild.

00:25:27: Ich glaube zum Glück gehört dazu das man sich anstrengen muss Dass man Selbstwirksamkeit erfährt und dass man dann halt auch wieder Phasen hat in denen man sich erholen muss.

00:25:38: Aber diese Phasend des Erholens setzen eben voraus, dass man sich vorher hart angestrengt hat.

00:25:46: Das darf nicht verloren gehen.

00:25:47: Ja, das gehört alles mit zum Lebensunterhalt sinnvoller Aufgaben.

00:25:50: aber ich glaube eben halt auch genau Menschen, mit denen man sich austauschen kann und wir erleben das ja öfter auch mal wenn wir uns treffen oder so dann sofort sind Zichtthemen auf dem Tablett und dann ist man auch einmal anderer Meinung.

00:26:02: KI ist immer deiner Meinung Die bestätigt dich ja immer in deiner Meinung und sagt dann, ja genau Holger.

00:26:09: Dazu hätte ich das noch.

00:26:11: oder wenn du eine Frage stellst.

00:26:13: also ne KI ist ja selten unhöflich.

00:26:15: im Moment es ist noch so.

00:26:16: Wollte ich gerade sagen noch?

00:26:18: Noch!

00:26:20: Das wird definitiv denn auch wieder als... als Schwachstelle identifiziert werden und dann wird es auch eine provokante KI geben, mit einer eigenen Meinung.

00:26:30: Und dann wirst du vielleicht die eigene Meinungsgarant noch einstellen können.

00:26:35: Also je nachdem wie man tickt möchte ja auch immer gerne mal einen Gegenwort haben um sich daran reiben zu können

00:26:42: Naja und auch um neue Ideen zu bekommen.

00:26:45: Also mir hilft das oftmals eine andere Meinung, dass man hat ja auch manchmal Vorurteile und wenn dann jemand sagt nee so und so ist das oder auch Fakten basiert, dann hilft mir das immer tatsächlich auch mal meine Meinung zu ändern weil ich da vielleicht auch mal falsch schlag.

00:27:00: Und zur Erkennung miteinander, dass mein Normal vielleicht auch nicht das normal von anderen Menschen ist, sondern meine Realität ein anderer ist.

00:27:05: Ich glaube dadurch kommen wir viel mehr als Gesellschaft auch zum Miteinander.

00:27:10: Also, das ist auch ein Teil meines Menschenbildes zumindest.

00:27:13: Ich persönlich bin eine Ansammlung von Vorurteilen und dann habe ich noch in der Werbung gearbeitet.

00:27:18: also es gibt zwei Leuten wenn's um Toilettenpapier geht Es gibt den Falter und den Knüttler.

00:27:24: Weißt du so?

00:27:25: Du kannst ja die ganze Zeit in alle möglichen Bereiche runterbrechen Und da sind hier nur Vorurteilungen bzw.

00:27:32: Klischees, mit denen man in der Werbung arbeitet und versucht sie entweder zu brechen oder sinnvoll einzusetzen und zu nutzen damit die Menschen genau auf dieses Klischee anspringen.

00:27:41: Und das halte ich auch für zutiefst menschlich.

00:27:45: Man braucht eben wie man es auch immer ob man jetzt Vorurteil oder Schubladen ist nennen Du brauchst das ja um durch die Welt zu kommen und klar zu kommen muss Dinge vereinfachen und für dich relativ schnell irgendwie eine Meinung zu irgendwas haben.

00:27:58: Und natürlich ist die Kunst dabei, denn trotzdem offen zu bleiben.

00:28:02: Wenn man jemanden trifft aus dem Bereich mit dem dann sehr offen zu reden und sich das anzuhören und wirklich versuchen zu verstehen wie tickt es eigentlich wirklich?

00:28:12: Was hat der eigentlich zu sagen?

00:28:13: Da wundert man sich doch schon immer wieder!

00:28:16: Ja vielen Dank Holger.

00:28:17: ich glaube du hast jetzt alle Vorurteile die man gegenüber einem Werber hat widerlegt.

00:28:22: Hast Du

00:28:22: uns so menschlich

00:28:24: erregelt?

00:28:24: Also sicherlich

00:28:25: nicht

00:28:26: geantwortet hast.

00:28:28: Ja, vielen Dank!

00:28:29: Also wir wissen jetzt ein bisschen mehr über deinen Lebensunterhalt was du noch vorhast deine Ideen aber auch deine Wege die du vielleicht noch einschlagen willst oder wirst

00:28:39: und du bringst bestimmt auch andere Leute damit wiederum zu neuen Ideen.

00:28:43: Das würde mich natürlich sehr freuen.

00:28:46: wirklich am Ende des Tages Wir hatten es zwischendurch kurz der Glaube an sich selbst Basis für alles.

00:28:52: da geht's los

00:28:54: Super Schlusswort.

00:28:55: Herzlichen Dank, lieber Holger!

00:28:57: Und ja vielen dank an euch dass ihr uns zugehört habt

00:29:01: und wenn ihr die nächste Folge hören und keine verpassen wollt dann gebt uns doch ein Abo.

00:29:07: Ja also bis bald bei Lebensunterhalt.

00:29:10: Vielen Dank, danke euch

00:29:12: Lebensunterhalt.

00:29:14: Ein Podcast von Dorothe dahinten und Silvia Jansen, aka die Botschafterinnen.

00:29:19: Abonniere diesen Podcast und verpasse keine Folge mehr!

00:29:22: Und denk bitte daran – das Leben ist kein Lebenslauf.

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